Berechnungsgrössen der Sozialversicherung 2012

Für Gutverdiener wird es teurer.

Das Kabinett hat am 5.10. 20111 die Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2012 beschlossen. Die Verordnung bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats. Mit der jährlichen Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr angepasst. Die Festlegung der Werte und das Verordnungsverfahren erfolgen wie in jedem Jahr auf Grundlage gesetzlicher Bestimmungen.

Die den Sozialversicherungsrechengrößen 2012 zugrunde liegende Einkommensentwicklung im Jahr 2010 betrug in den alten Bundesländern 2,09 Prozent und in den neuen Bundesländern 1,97 Prozent. Für die Fortschreibung der bundeseinheitlich geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenzen in der gesetzlichen Krankenversicherung wird demgegenüber eine Einkommensentwicklung für Gesamtdeutschland im Jahr 2010 in Höhe von 2,07 Prozent zugrunde gelegt. Bei der Ermittlung der jeweiligen Einkommensentwicklung wird auf die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen („Ein-Euro-Jobs“) abgestellt.

Die wichtigsten Rechengrößen 2012 im Überblick:

Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung Bedeutung hat (unter anderem für die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung und für die Beitragsberechnung von versicherungspflichtigen Selbstständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung), erhöht sich für das Jahr 2012 auf 2.625 Euro/Monat (2011: 2.555 Euro/Monat). Die Bezugsgröße (Ost) verändert sich im Vergleich zum Vorjahr nicht und beträgt weiterhin 2.240 Euro/Monat.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung für das Jahr 2012 steigt auf 5.600Euro/Monat (2011: 5.500 Euro/Monat).Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) verändert sich im Vergleich zum Vorjahr nicht und beträgt weiterhin 4.800 Euro/Monat.

Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (Jahresarbeitsentgeltgrenze) für das Jahr 2012 steigt auf 50.850 Euro (2011: 49.500 Euro). Für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 aufgrund der zu diesem Zeitpunkt geltenden Regelungen wegen des Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei waren, steigt die Jahresarbeitsentgeltgrenze für das Jahr 2012 auf 45.900 Euro (2011: 44.550 Euro). Unabhängig davon, welche Versicherungspflichtgrenze gilt, beträgt die Beitragsbemessungsgrenze für das Jahr 2012 für alle Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung 45.900 Euro jährlich (2011: 44.550 Euro) bzw. 3.825 Euro monatlich (2011: 3.712,50 Euro).

Rechengrößen der Sozialversicherung 2012: 

 

West

Ost

Monat Jahr Monat Jahr
Beitragsbemessungsgrenze: allgemeine Rentenversicherung 5.600 € 67.200 € 4.800 € 57.600 €
Beitragsbemessungsgrenze: knappschaftliche Rentenversicherung 6.900 € 82.800 € 5.900 € 70.800 €
Beitragsbemessungsgrenze: Arbeitslosenversicherung 5.600 € 67.200 € 4.800 € 57.600 €
Versicherungspflichtgrenze: Kranken- u. Pflegeversicherung 4.237,50 € 50.850 € 4.237,50 € 50.850 €
Beitragsbemessungsgrenze: Kranken- u. Pflegeversicherung 3.825 € 45.900 € 3.825 € 45.900 €
Bezugsgröße in der Sozialversicherung 2.625 €* 31.500 €* 2.240 € 26.880 €
 
vorläufiges Durchschnittsentgelt/Jahr in der Rentenversicherung  32.446 €

* In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gilt dieser Wert bundeseinheitlich.

 

Ähnliche Beiträge

Sozialversicherungsfreiheit und Entgeltumwandlung

Publiziert am unter ,

Am 08.11.2007 hat der Bundestag das Gesetz zur Förderung der betrieblichen Altersversorgung verabschiedet und der Bundesrat hat am 30.11.2007 zugestimmt. Neben der entsprechenden Steuerfreiheit bei der Entgeltumwandlung soll nun mit der unbefristeten Sozialversicherungsfreiheit eine dauerhafte Grundlage für die betriebliche Altersversorgung geschaffen werden.Weiterlesen

Durchschnittsverdienste 2005

Publiziert am unter ,

Der durschnittliche Bruttomonatsverdienst der Angestellten im Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe war 2005 in Deutschland € 3452,– brutto (im früheren Bundesgebiet € 3538,– und in den neuen Ländern und Berlin Ost € 2626,–). DerWeiterlesen

Elektronische Lohnsteuerkarte

Publiziert am unter ,

Das Bundesfinanzministerium hat den 1.11.2012 als Starttermin für die elektronische Lohnsteuerkarte bzw. das Verfahren der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) festgelegt. Die Arbeitgeber müssen allerdings erst endgültig bis Ende 2013 auf das ELStAM-Verfahren umstellen.Weiterlesen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unseren Datenschutzbestimmungen zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen